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>Reconstruction of a better future<
Re-enactment of the construction of a better world (Arbeitstitel)
Konzept: Thomas J. Jelinek.
Das Projekt legt den Focus weniger auf einen Vorschlag einer möglichen Zukunft als auf die Prozesse der Zukunftsbildung. Diese Prozesse finden permanent in jedem Individuum, kleinen sozialen Gruppen und Einheiten (Familien, Bildungsstätten, Firmen, politischen Gruppierungen, Parteien und Lobbies etc.) bis zu den nationalen, und kontinentalen Gesellschaften statt und bilden letztlich die Entwicklungsprozesse der so genannten globalen Gesellschaft. Das Projekt >Reconstruction of a better future< hebt diesen Zukunftsbildungsprozess durch die Isolierung von begrenzten Gruppen in einer künstlichen Laborsituation zur Ansicht und Beobachtung heraus. Durch diesen Isolierungszustand lassen sich Entwicklungen und Strömungen analysieren, es steckt aber keine wissenschaftliche Absicht dahinter, wenn auch eine Bearbeitung und Analyse möglich sein könnte. Durch die Übersetzung in eine künstlerische Narration – die auch immer ein Abstraktionsakt ist – werden Urmechanismen wahrnehmbar und das Verhältniss des Individuums zur Menge und der Anschauungskomponenten der einzelnen Menschen die diese in den Gesamtprozess einspeisen, wird ebenso anschaulich wie das “ausgesetzt sein” oder die unterschiedlichen Formen von Problembewusstsein.
Der Denkprozess des Über-Lebens wird zur Skulptur. Die einzelnen Schritte des Projekts werden in Form von Installationen oder verschiedenen performativen Settings in passenden Kontexten präsentiert und sind eigenständige Kunstsets. In der ersten Phase des Projekts wird in kleinen Gruppen das Thema behandelt und die Jugentlichen geben in Interviews ihre Ansicht der Welt und ihrer Zukunft ab. Das Projekt wurde in Wien begonnen und hat bis dato Station in China gemacht um jetzt in Kroatien mit den ersten Interviews weitergeführt zu werden. In Zagreb wird auch die erste öffentliche Installation FUTURE 1 im Rahmen des Encounters - „The Night of the European Cultural Institutes” am 9.5.2009 gezeigt und das Projekt öffentlich gestartet.
Weitere Stationen werden in Kenya (Afrika), Süd-Korea, Japan (Asien) Chile, Argentinien (Südamerika), Spanien, England und Schweden (Europa) sein. Innerhalb der Regionen wird aber versucht möglichst verschiedenen Personen mit unterschiedlicher Herkunft und verschiedenem kulturellem auch migrantischem Background zu involvieren.
Die Auswahl der Regionen erfolgt nicht nach einem Wissenschaftliche Plan sondern rein nach den Reisedestinationen von Thomas Jelinek bzw. über das Vorhandensein operativer Ko-operationspartner.
In der weiteren Entwicklung des Projekts werden archetypische Mechanismen menschlicher Verhandlung und Zukunftsplanung im performativ-installativen Akt kommuniziert. Der hohe Abstraktionsgrad des Ausschnitts der Prozesse die (immer) zu einem, in der Zukunft liegenden, Ergebnis führen, lässt eine hochgradig künstlerische Bearbeitung zu, ohne die wissenschaftliche Information und den realen Kern des Themas zu verlieren: Unser Aller brennendes Interesse an unserer eigenen Zukunft. Der Diskurs wird auf der künstlerischen Ebene mit dem Kunstpublikum weitergeführt. Umsetzung :: Phase 1: VISION – construction of a new world Gearbeitet wird mit unterschiedlichen sozialen Gruppen. Initialisiert sind Kooperation mit Schulen, Hochschulen, Ausbildungsstätten, Kultur-Initiativen und Organisationen. Durch open calls bzw. Kooperationen werden Gruppen von 5-7 Personen gebildet, die im Gemeinfall als durch Alter, Beruf, sozialen Status oder geografische Verortung definiert und getrennt werden. In diesem Fall werden sie zur Kooperationsgruppe. Z. B. SchülerInnen in den Altersgruppen 11-13 Jahre und 17-18 Jahre sowie sogenannte Professionsgruppen von ArchitektInnen, DesignerInnen, KünstlerInnen, mehr oder weniger prekär Arbeitenden oder BesucherInnen der Wiener Planungswerkstatt etc. Die Gruppen sind aufgefordert in einer Workshopsituation, gemeinsam eine bzw. ihre Zukunftswelt zu entwickeln und zu skizzieren. Da nur ein Resultat gefragt ist müssen Kompromisse geschlossen werden und andere von eigenen Ideen überzeugt werden. Diskussionen und Konflikte sind nicht nur unvermeidlich, sie sind gewollt. Ein gewisser Seperatismus kann die Dynamik des Kommunikations- und Produktionsprozesses durchaus steigern. Zusätzlich wird die Entwicklung kommunikativer Kompetenzen gefördert, die für die Artikulation der eigenen Vorstellungen und die trotz alledem nötige Konsensbildung gefordert ist. Die Workshops werden vom Projektteam sowie ExpertInnen im Bereich der Zukunfstforschung, Physik, Architektur, der Sozialwissenschaften und der Medienwissenschaften unterstützt, begleitet und betreut. Der Prozess wird dokumentiert und per Video aufgezeichnet.
HINTERGRÜNDE UND DETAILS. Die TeilnehmerInnen arbeiten in einem Handlungsraum, der ihnen Handlungsmöglichkeiten aufzeigt, der Geschehen, Zukunft und Geschichte/n in einer Laborsituation be- und hinterfragbar macht, historisiert und (so) als veränderbar ausweist. Das Labor wird zum Ort der Überprüfung gegenwärtiger und möglicher Realitäten, ihrer gesellschaftlichen Konventionen und sozialen Mechanismen. Und deren Setzung. Ihrer Übersetzung. Im besten Fall ihrer Neu-Setzung. Welt, Alltag, soziales Umfeld der Einzelnen, werden in den Kommunikations- und Performanceprozess einbezogen; Ergebnisse und Erkenntnisse der Phasen 1. – 3. wirken jedoch in ihre gesellschaftliche Wirklichkeit zurück. Die TeilnehmerInnen werden nicht nur zu KoproduzentInnen der Performance, sie werden AgentInnen zwischen den Systemen, AutorInnen der eigenen Wahrnehmung und Wirklichkeit, der eigenen Gegenwart und Zukunft. In Phase 1 wird experimentiert– in einer Laborsituation geht es für die TeilnehmerInnen darum Ideen zu entwickeln, Utopien zu entwerfen, Mögliches aufzuzeigen und sich in Hinblick auf aktuelle wie zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen zu positionieren. Der Raum als soziales Gefüge wird so umstrukturiert: Jene, die für gewöhnlich nicht gefragt und gehört werden, wenn es um ihre Zukunft geht, nehmen eine kreative, aktive, eine für alle sicht- und hörbare Position ein. Sie entwerfen (ihre) Welt. Trennung AutorIn/anonyme KonstumentIn wird durch ein Arbeitskollektiv ersetzt, der Funktionszusammenhang durch einen tendenziell hierarchiefreien Raum aufgehoben. Das sogenannte SpezialistInnentum, durch die Vermittlung von Kommunikations(- und Medien)kompetenz und die dezentrale Kompetenzverteilung gestrichen, potentielle Oktroyierungen seitens der BetreuerInnen vermieden. Der Tendenz zu fatalistischer Passivität und reiner Konsumtion wird nicht nur das eigene Denken, das eigene aktive und kreative Handeln entgegengesetzt. Reale wie ästhetische Dogmen, Logiken und Grenzen können und sollen hinterfragt, übertreten und/oder gebrochen werden. Die künstlerisch- kreative, imaginative und kommunikative Arbeit und die dazu nötigen mentalen und rethorischen Auseinandersetzungen wiederum erweitern das eigene Handlungsrepertoire im Alltag, dienen dazu die eigene (soziale) Position (und Perspektive) kommunikativ und aktiv zu verhandeln und zu verändern. Die eigene Position in der Gegenwart, in der Zukunft. Die TeilnehmerInnen agieren und produzieren im Spannungsfeld von gesellschaftlichen An/Forderungen und subjektiven Anliegen, Macht und Selbstbehauptung, Anpassung und Widerstand, Verzicht und Träumen. Der Konflikt zwischen Kollektiv und Individuum, Fremdem und Gewohnten, Gewusstem und noch Ungedachtem erweitert nicht nur das eigene Wahrnehmungsvermögen oder die Fantasie, sondern entwickelt und festigt eigene Haltungs- und Handlungsmöglichkeiten. Phase 2: UTOPIA re-construction of a vision Das entstandene Material wird einem ausgesuchten Team von KünstlerInnen und PerformerInnen präsentiert.
Ihre Aufgabe ist aus dem Material (Dokumentation, Videos, schriftliche Aufzeichnungen, Konzepte) den Prozess des Entwurfs einer Zukunftswelt zu rekonstruieren und in einer öffentlichen Performance von max. 90 Minuten zu „RE-Enacten“. Nach einer Vorbereitungszeit von 10 Tagen wird die Performance gezeigt. Die PerformerInnen sind frei die Inhalte der Performance zu kommentieren oder auch eine Diskussion mit dem Publikum zu provozieren. Konflikte zwischen den AkteurInnen sind Bestandteil der Performance.
Teil des zweiten Entwicklungsprozesses kann auch theoretischer Diskurs sein, der die öffentliche Re-Enactment- Performance kommentiert. HINTERGRÜNDE UND DETAILS. Die Bilder und Entwürfe der Einzelnen bestimmen die Bilder der Produktion, welche in Phase 2 wiederum in und an der Realität überprüft werden. Die Entwürfe der Schüler und SchülerInnen, Studenten und StudentInnen werden an der Realität gemessen, greifen in Realitäten der TeilnehmerInnen, AkteurInnen und ZuseherInnen ein und verändern deren Gegenwart aber auch ihre Zukunft... Phase 3: TRADITION of UTOPIA analysing and saving utopia-process for the future Die Performance wird gefilmt und dokumentiert. Aus dem Videomaterial wird eine etwa 50 – 60 Minuten Dokumentation produziert und in verschiedenen Zusammenhängen gezeigt. Die Performance soll in anderen Städten (Birmingham u.a.) mit lokalen PerformerInnen, jedoch der gleichen Ausgangssituation, wiederholt werden.
Es ist möglich ab Phase 1. den gesamten Prozess an verschiedenen Orten zu wiederholen.
Es besteht darüber hinaus die Option eine wiederholbare Medien-Performance aus Phase 2 zu erarbeiten, welche wie ein konventionelles Stück aufgeführt werden kann.
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